Die Bauzinsen steigen weiter: Strategien für den Hauskauf in der neuen Normalität
Auf deutlich niedrigere Bauzinsen zu warten, könnte sich als Fehler erweisen. Welche Strategie Kaufinteressenten jetzt verfolgen sollten.
Mehr Inflation. Höhere Kosten für die deutsche Staatsverschuldung. Und jetzt auch noch steigende Zinsen für Baudarlehen. Für Immobilienkäufer ist das kein ideales Umfeld. Mit der richtigen Planung lassen sich die höheren Kosten aber abfedern.


Es geht aufwärts – nur leider in den falschen Bereichen. Bestes Beispiel: die Preisentwicklung. Von den Rekordwerten aus dem Jahr 2022 sind wir zwar noch weit entfernt. Damals schnellte die Inflation in Europa auf 7,5 Prozent und sendete Schockwellen durch Politik und Gesellschaft. Doch auch die aktuelle Teuerungsquote von 2,9 Prozent im Juli 2026 dürfte den Währungshütern schon wieder Sorgen bereiten.
Nach oben geht es auch bei den Arbeitslosenzahlen – und bei der Rendite der Bundesanleihe. Seit die FDP die Ampelkoalition gesprengt hat, das war im November 2024, ist der Wert der Staatsanleihen von 2,07 auf 3,26 Prozent gestiegen (Stand: 21.08.2026).
Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des deutschen Staates zunehmend erodiert. Und wenn man sich die aktuelle politische Situation in Berlin, die schwächelnde Wirtschaft sowie die Prognosen für die anstehenden Landtagswahlen betrachtet, dann sehe ich kaum Gründe, warum dieses verlorengegangene Vertrauen auf absehbare Zeit wieder zurückkommen sollte.
Hinzu kommt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer nächsten Sitzung am 10. September 2026 vermutlich intensiv über eine weitere Leitzinserhöhung sprechen dürfte. Der Inflationsbekämpfung würde ein solcher Schritt helfen, der Wirtschaft eher nicht – und damit auch nicht der Rendite der deutschen Bundesanleihe.
Für Immobilienkäufer sind das keine guten Nachrichten. Denn die Höhe der Bauzinsen orientiert sich in Deutschland stets an den Renditen der zehnjährigen Bundesanleihe. Entsprechend haben sich Hypothekendarlehen seit dem Ampel-Aus von 3,22 Prozent auf 4,13 Prozent verteuert. Und eine Umkehr dieses Trends ist nicht in Sicht.
Bereits im Ende 2025 habe ich vorhergesagt, dass die Zinsen in den kommenden zwölf Monaten auf Werte zwischen 4,0 und 4,5 Prozent steigen dürften. Aktuell sind wir bei etwa 4,15 Prozent.
Zwar macht es derzeit Hoffnung, dass US-Präsident Trump – wieder einmal – eine Einigung im Irankrieg bzw. Stärke in Aussicht stellt. Doch selbst wenn er seinen Ankündigungen diesmal Taten folgen ließe, würde ein Ende des Konflikts die Rendite der Bundesanleihe nicht unmittelbar sinken lassen, sondern (wenn überhaupt) erst mit einiger Verspätung. Der Effekt auf die Bauzinsen dürfte noch länger auf sich warten lassen.
Kaufinteressenten, die kurzfristig auf sinkende Bauzinsen hoffen und die Kaufentscheidung deshalb verschieben, könnte daher enttäuscht werden.
Unsere Ratschläge an alle potenziellen Erwerber lauten daher:
- Wer heute finanzieren kann, sollte heute finanzieren.
- Sinnvoll ist es allerdings, diese Finanzierung mit möglichst vielen flexible Faktoren auszustatten – also zum Beispiel die Option auf eine Veränderung der Tilgungsquote zu vereinbaren und Sondertilgungen einzuplanen.
- Um die gestiegenen Zinsen etwas abzufedern, sollten alle, die es sich leisten können, zudem mit einer Tilgung von 1,5 Prozent der Darlehenssumme beginnen und diese Quote mit steigendem Einkommen gezielt und konsequent erhöhen. So schmelzen die Schulden schneller und der Zinsanteil sinkt.
- Da die Banken derzeit wieder streng auf eine Eigenkapitalquote von rund 20 Prozent (inklusive der Kaufnebenkosten) achten und gleichzeitig ein gutes Familiennettoeinkommen unterstellen, lohnt es sich, schon sehr früh versierte Baufinanzierungsvermittler zu kontaktieren. Sie haben die richtigen Bankkontakte und helfen, das Finanzierungsvorhaben erfolgreich umzusetzen.

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